Geht jetzt nicht, bin in Eile! -Über das Phänomen, keine Zeit zu haben.

Vorraussichtliche Lesedauer des Artikels: 9 3/4 Stunden und 11/20.

 

Einen wunderschönen guten Morgen wünsche ich dir! :-)

 

Eigentlich könnte dieser Artikel auch die Überschrift "Diskommunikation" bekommen, aber ich habe mich für die fehlende Zeit entschieden.

 

Die Idee zu diesem Artikel kam mir gestern Abend, als ich mir zur Inspiration ein paar YouTube Videos angeschaut habe.

 

Ich stieß dabei auf ein Video, welches mit 1 Minute und 47 Sekunden kurz war und in dem Bastelmöglichkeiten per Slideshow gezeigt wurden. Übersetzt könnte man das Video etwa mit "30 Tolle Möglichkeiten, wie du ausrangierte Sachen klasse pimpen kannst" betiteln.

 

Wie gesagt, es war eine Slideshow, die etwa 30 upgecycelte Artikel zeigte.

 

Das Video hatte mehr positive, als negative Daumen, wenn auch insgesamt nicht sehr viele. Die Kommentare waren spärlich und fast positiv, bis auf einen. Dieser Kommentar lässt sich in etwa wie folgt wiedergeben:

 

"Na toll! Ich habe eine Minute und 47 Sekunden meines Lebens verschwendet, einem nutzlosen DIY-Video zuzusehen, dass mir noch nicht mal zeigt, wie ich diese Sachen aufpimpen kann!"

 

Mir hatten bei diesem Kommentar noch 3 bis 5 Ausrufezeichen als Endung gefehlt, aber da der Post in Englisch war, habe ich dann noch mal Gnade walten lassen! :-D

 

Aber du kannst dir in etwa vorstellen, wie sich bei mir beim Lesen des Posts der Pulsschlag erhöht hat.

 

Hätte der gute Mensch zuerst Logik walten lassen, hätte er festgestellt, dass sich unmöglich 30 DIY-Anleitungen in ein knapp 2 minütiges Video reinstecken lassen. Nein, das geht einfach nicht!

 

Zweitens ist es eine Frechheit, sich über ein 2-minütiges Video und Zeitvergeudung aufzuregen, denn der Ersteller dieses Videos hat mit Sicherheit 20mal soviel Zeit, wenn nicht noch mehr in dieses Video gesteckt. Er oder Sie hat recherchiert, die Bilder bearbeitet, mit Musik untermalt, das Video hochgeladen und es bei YouTube kostenlos der breiten Masse zugänglich gemacht.

 

Drittens: Ist das Leben heute wirklich nur noch eine einzige Hast? Haben wir keine Zeit mehr, um 5 Minuten unserer Zeit nicht produktiv zu sein? Müssen wir immer Mehrwert bieten?

 

Ja, ich schaue schlechte Filme, lese Bücher, die mir nicht gefallen und stehe im Stau und natürlich hätte ich diese Zeit sinnvoller nutzen können. Dies ist aber kein Grund ausfallend zu werden, zu beleidigen oder Arbeit nicht wertzuschätzen.

 

In dieser Gesellschaft, in der alles frei und schnell verfügbar zu sein scheint, vergisst man als Mensch oft, einfach mal innehalten und durchzuatmen und dankbar zu sein, dass alles so ist, wie es ist. Vor 20 Jahren steckte das Internet noch in den Kinderschuhen, YouTube war noch gar nicht geboren und die Job-Möglichkeiten online durchzustarten lagen bei null oder zumindest waren sehr niedrig.

 

Heutzutage können wir uns Informationen schnell und kostenlos holen und brauchen nicht wie damals in die Bibliothek zu gehen und Ratgeber wälzen. Das ist ein Luxus, den viele Menschen heutzutage immer noch nicht haben.

 

Natürlich hat diese ständige Erreichbarkeit und die globale Vernetzung auch dazu geführt, dass wir innerlich viel mehr Druck haben, mehr mehr und mehr erreichen zu wollen. Die Aufmerksamkeitsspanne singt und wir fühlen uns zunehmend gehetzter.

 

Vielleicht täte es der digitalen Welt einfach mal gut durchzuatmen und den Pauseknopf zu drücken.

 

Zeit ist vergänglich, wir dürfen uns aber trotzdem nicht von ihr abhängig machen.


Das war einfach mal ein Stehgreif-Artikel, der unbedingt raus musste! :-D

 

In meinem nächsten Artikel wird es um fehlende oder falsche Kommunikation gehen.

 

Ich wünsche dir einen spannenden und entspannten Tag!

 

Deine Melanie

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